Climate Insurance Protection Gap – Wenn Naturgefahren zur strategischen Herausforderung werden
Insbesondere Starkregen, Überschwemmungen, Sturmereignisse, Hitzeperioden oder Dürreszenarien führen nicht nur zu steigenden wirtschaftlichen Schäden, sondern zunehmend auch zu einer neuen Herausforderung für Unternehmen, Kommunen und Infrastrukturbetreiber: der sogenannten Climate Insurance Protection Gap.
Darunter versteht man die Lücke zwischen den tatsächlich entstehenden wirtschaftlichen Schäden und dem Anteil, der durch Versicherungslösungen gedeckt ist. Laut einer gemeinsamen Analyse der Europäischen Zentralbank (EZB) und der europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA sind aktuell lediglich rund ein Viertel der klimabedingten Schäden in der EU versichert.
Gleichzeitig weisen EZB und EIOPA darauf hin, dass sich diese Versicherungslücke künftig weiter vergrößern könnte: dies ist u.a. bedingt durch die steigende Frequenz und Intensität von Naturkatastrophen und insbesondere auch die zunehmende Herausforderung der Versicherbarkeit bestimmter Risiken.
Elementargefahren geraten zunehmend in den Fokus
Elementargefahren stehen heute deutlich stärker im Fokus der Versicherungswirtschaft als noch vor wenigen Jahren. Abhängig von Exponierung, Schadenhistorie, Standortqualität und Risikokonzentration wird die Platzierung entsprechender Risiken zunehmend anspruchsvoller.
In vielen Bereichen beobachten Unternehmen bereits heute:
- steigende Prämienniveaus
- reduzierte Kapazitäten
- höhere Selbstbehalte
- strengere Underwriting-Anforderungen sowie
- Einschränkungen im Deckungsumfang
Vor allem Risiken mit hoher Kumulation oder ausgeprägter Naturgefahrenexponierung geraten verstärkt unter Beobachtung.
Die Diskussion rund um die „Versicherbarkeit“ klimabedingter Risiken entwickelt sich damit zunehmend von einer operativen Versicherungsfrage hin zu einem strategischen Risiko- und Resilienzthema.
Risikoverständnis wird zum entscheidenden Faktor.
Gerade in diesem Umfeld gewinnt ein fundiertes Verständnis der individuellen Risikosituation erheblich an Bedeutung.
Die EZB und EIOPA betonen in ihrem Diskussionspapier ausdrücklich die Relevanz von:
- Risikotransparenz
- Präventionsmaßnahmen
- Anpassungsstrategien sowie
- alternativen Risikotransfermechanismen
Genau hier setzen wir bei der S&P Schulz & Partner GmbH Versicherungsmakler an. Gemeinsam mit unseren spezialisierten Partnern unterstützen wir unsere Kunden dabei,
- Risiken besser zu verstehen
- Exponierungen transparent zu analysieren
- Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und
- nachhaltige Risikotragungsstrategien aufzubauen
Dabei betrachten wir nicht ausschließlich den klassischen Versicherungsmarkt, sondern analysieren ganzheitlich die individuell sinnvollste Risikostruktur.
Risikoprävention als wesentlicher Bestandteil moderner Risikostrategien
Eine nachhaltige Versicherbarkeit beginnt heute vielfach bereits vor dem eigentlichen Risikotransfer. Deshalb begleiten wir unsere Kunden aktiv bei der Entwicklung geeigneter Präventionsmaßnahmen – sowohl organisatorischer als auch technischer Art.
Hierzu zählen beispielsweise:
- Standort- und Naturgefahrenanalysen
- Hochwasser- und Starkregenkonzepte
- organisatorische Notfall- und Business-Continuity-Planungen
- technische Schutzmaßnahmen sowie
- die Bewertung kritischer Lieferketten- und Infrastrukturabhängigkeiten
Die Versicherungswirtschaft honoriert zunehmend resiliente Risikostrukturen und belastbare Präventionskonzepte. Gleichzeitig können diese Maßnahmen helfen, die langfristige Versicherbarkeit kritischer Risiken zu stabilisieren.
Alternative Risikotransferlösungen gewinnen an Bedeutung
Insbesondere bei schwer oder nur eingeschränkt versicherbaren Risiken gewinnen alternative Risikotransferlösungen zunehmend an strategischer Bedeutung.
Hierzu zählen unter anderem:
- strukturierte Eigentragungsmodelle
- parametrische Versicherungslösungen
Parametrische Lösungen gewinnen dabei international zunehmend an Relevanz. In der DACH Region hingegen sind solche Lösungen aktuell noch nicht weit verbreitet, gewinnen aber an Bedeutung.
Das Grundprinzip parametrischer Lösungen besteht darin, dass eine physikalisch messbare Größe – beispielsweise Niederschlagsmengen, Pegelstände oder Windgeschwindigkeiten – als objektiver Trigger für eine vorher definierte Auszahlung dient. Zu den möglichen Anwendungsfeldern zählen unter anderem:
- Starkregen
- Flut- und Sturmflutereignisse
- Sturm
- Dürre
- Hitze- und Kältewellen sowie
- weitere Naturgefahren.
Gerade bei komplexen oder schwer modellierbaren Risiken können parametrische Konzepte eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Versicherungslösungen darstellen.
Ganzheitliche Risikoberatung in einem anspruchsvollen Marktumfeld
Die zunehmende Climate Insurance Protection Gap zeigt deutlich: Die Anforderungen an modernes Risikomanagement verändern sich grundlegend.
Klassische Versicherungsprogramme bleiben weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Risikofinanzierung. Gleichzeitig werden jedoch ergänzende Ansätze wie Prävention, Resilienzstrategien, alternative Risikotragungsmodelle und datenbasierte Risikoanalysen immer wichtiger.
Wir begleiten unsere Kunden dabei mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz – von der Risikoanalyse über Präventionsmaßnahmen bis hin zur Entwicklung individueller Risikotransferlösungen.
Denn gerade in Zeiten zunehmender Naturgefahren und steigender Anforderungen an die Versicherbarkeit ist ein belastbares Verständnis des eigenen Risikos entscheidend für nachhaltige Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität.